© Janosch Parsiegla, BIFeV
17. April 2026

Fachtagung zum Thema „Partizipation und Repräsentation in der Einwanderungsgesellschaft“ im Niedersächsischen Landtag am 17.04.2026 mit anschließendem Vernetzungstreffen

Der Bundesverband interkultureller Frauen e. V. (BIFeV) veranstaltete im Rahmen des Projekts „Regionale POLITFIX-Netzwerke Niedersachsen” am Freitag, den 17. April 2026, eine Fachtagung zum Thema „Partizipation und Repräsentation in der Einwanderungsgesellschaft“ im Niedersächsischen Landtag in Hannover. Rund 100 Personen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Mitglieder des POLITFIX-Netzwerkes Niedersachsen folgten der Einladung.

Im Fokus der Veranstaltung standen zentrale Fragen der gleichberechtigten politischen Teilhabe und Repräsentanz von Frauen mit Zuwanderungsgeschichte in einer vielfältigen Gesellschaft. Ziel war es, strukturelle sowie individuelle Herausforderungen zu beleuchten, Perspektiven sichtbar zu machen und Impulse für eine stärkere Beteiligung zu setzen.

Der Bundesverband interkultureller Frauen in Deutschland e.V. (BIFeV) setzt sich seit seiner Gründung im Jahr 2020 aktiv für die politische Teilhabe von Frauen mit Zuwanderungsgeschichte ein, da sie drastisch in den Parlamenten – auf allen Ebenen – unterrepräsentiert sind.

„Der Anteil von Frauen mit Zuwanderungsgeschichte liegt in den Kommunal-parlamenten nur bei 1%! Wir freuen uns, dass zahlreiche Frauen aus dem POLITFIX-Netzwerk Niedersachsen bei der kommenden Kommunalwahl antreten werden. Wir wollen eine Demokratie, die alle abbildet”, stellte Galina Ortmann, Geschäftsführerin des BIFeV heraus.

Melanie Walter, Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung Niedersachsen, unterstrich in ihrem Grußwort die Bedeutung gleichberechtigter Teilhabe für eine lebendige Demokratie. Sie betonte: „Frauen mit Zuwanderungs-geschichte bringen wertvolle Perspektiven und Erfahrungen in unsere Gesellschaft ein – gerade in der Politik brauchen wir ihre Stimmen und ihr Engagement. Die gezielte Förderung, Vernetzung und der Schutz vor Anfeindungen, die das Netzwerk bietet, sind entscheidende Schritte, um Chancengleichheit und eine lebendige Demokratie zu stärken. Mein Dank gilt allen, die sich mit so viel Leidenschaft und Mut für dieses Ziel einsetzen. Das POLITFIX-Netzwerk setzt ein starkes Zeichen für mehr Teilhabe, Vielfalt und Demokratie in Niedersachsen.“

Im Anschluss stellte Prof. Dr. Andreas M. Wüst, Prodekan der Hochschule München, in einem Impulsvortrag zentrale Ergebnisse der Studie „REPCHANCE“ (2021–2025) vor. Er beleuchtete aktuelle Entwicklungen sowie Herausforderungen politischer Partizipation und Repräsentation in Deutschland im internationalen Vergleich und betonte insbesondere die Unterrepräsentanz von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in demokratischen Institutionen. Zur Förderung von Chancengerechtigkeit skizzierte er fünf zentrale Ansatzpunkte: bessere Rahmenbedingungen für politisches Engagement, gezielte Karriereförderung, Unterstützung für neue Parlamentarier*innen, eine nachhaltige Öffnung von Parteien sowie verstärkte symbolische Impulse.

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war die Podiumsdiskussion mit Expertinnen aus dem POLITFIX-Netzwerk Niedersachsen. Klaudia Hanisch (Bündnis 90/DIE GRÜNEN), Leyla Hatami (SPD) und Ana Reimann (FDP) brachten unterschiedliche Perspektiven ein und regten eine lebendige, differenzierte Debatte über die Strategien der Parteien zum Ein- und Aufstieg von Frauen mit Zuwanderungsgeschichte an. Trotz variierender Schwerpunkte und Maßnahmen wie etwa die Einführung bzw. dem Ausbau interner Quoten bestand parteiübergreifend Einigkeit darüber, dass Frauen mit Zuwanderungsgeschichte aktiv in die Politik eingebunden werden müssen, um eine repräsentative Demokratie zu gewährleisten – insbesondere im Hinblick auf die kommenden Kommunalwahlen 2026 in Niedersachsen.

Den Abschluss bildete ein Vernetzungstreffen, das den Teilnehmenden Raum für persönlichen Austausch, Diskussionen und die Knüpfung neuer Kontakte bot. Die Fachtagung bewertete Ortmann insgesamt als eine gelungene Plattform für Dialog, Wissenstransfer und die Entwicklung neuer Impulse zur Stärkung von Partizipation und Repräsentation in der Einwanderungsgesellschaft.